Systemkamera, Kompaktkamera und Spiegelreflexkameras für Einsteiger


Welche Kamera kaufe ich als Anfänger?

Ich erzähle euch hier, welche Technik ihr wirklich wirklich kaufen solltet, wenn ihr anfangen wollt zu fotografieren.

Und das ist eigentlich gar nicht so viel ;)

 

Kurzzusammenfassung / Inhalt

 

Kauft als Anfänger günstige Kameras!

Es gibt beim Technik-Kauf ja immer zwei Ansätze:

  1. Erst mal günstig kaufen – „wenn es einem gut gefällt kann man ja immer noch upgraden“
  2. Gleich Highend-Ausrüstung kaufen – „wer billig kauft, kauft zwei mal“

Die Kameras der großen Hersteller sind allerdings alle wirklich gut – auch die günstigen. Deswegen empfehle ich Einsteigern eine günstige Kamera zu kaufen.
Erst wenn ihr tief in die Fotografie eingestiegen seid, werdet ihr irgenwann mal den Unterschied zu den teureren Fotoapparaten merken. Vielleicht wird euch die günstige Kamera sogar für immer und ewig ausreichen.

„Alte“ Kamera-Modelle als Alternative
Ihr müsst auch nicht die aktuellsten Kamera-Modelle kaufen – meist bekommt ihr die Vorgänger-Modelle wesentlich günstiger, ohne dass diese wesentlich schlechter sind.
Das ist allerdings Geschmackssache – ich kaufe mir immer lieber das aktuellste Modell ;)

 

Spiegelreflex Kamera (DSLR), Systemkamera oder kompakte Kamera?

Ich gebe euch jetzt keine riesige Erläuterung über die unterschiedlichen Kameras, sondern reiße die verschiedenen Typen nur kurz an und gebe euch eine konkrete Kauf-Empfehlung.

Es gibt drei Kategorien von Kameras, die sich für Einsteiger eignen: Spiegelreflex-Kameras (auch DSLR abgekürzt), Systemkameras und Kompaktkameras.

Systemkamera, Kompaktkamera und Spiegelreflexkameras für Einsteiger

Systemkamera, Kompaktkamera und Spiegelreflexkameras für Einsteiger

 

Spiegelreflexkameras für Einsteiger

Die Kamera besteht aus dem Kamera-Body und einem wechselbaren Objektiv.

Spiegelreflex Kamera für Einsteiger

Eine Spiegelreflex Kamera für Einsteiger von Canon

Hier sind die größten Unterschiede zu den anderen beiden Kamera-Arten:

Sucher
Im Normalfall schaut ihr durch den optischen Sucher um zu erkennen, was ihr fotografiert. Dadurch seht ihr genau den Ausschnitt der Umgebung, den ihr auch auf dem Bild sehen werdet. Die Kamera-Einstellungen wirken sich nicht auf das Sucher-Bild aus. Wenn ihr die Kamera beispielsweise so eingestellt habt, dass das Foto unterbelichtet sein wird, sieht das Sucherbild trotzdem ganz normal aus.

Größe und Gewicht
Spiegelreflexkameras sind meist größer als die anderen beiden Kamera-Arten. Dadurch sind sie weniger als Immer-Dabei-Kameras geeignet, lassen sich jedoch sehr komfortabel greifen.

 

Empfohlene Kamera-Bodys für Anfänger

Wie schon oben geschrieben, empfehle ich euch eine günstige Einsteiger-Kamera zu kaufen.
Hier kommt z.B. die Canon 1300D in Frage. Diese ist sehr klein. Für manche ist das gut, allerdings beschweren sich Leute mit größeren Händen oft, dass sie schlecht zu greifen ist.


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Eine größere Alternative ist die Canon 750D. Sie ist auch in manchen Kategorien besser als die 1300D – z.B. macht sie mehr Bilder pro Sekunde, ist ein kleines bisschen besser bei schwachem Licht und hat ein Schwenk-Display.


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Wenn ihr es euch gut leisten könnt, nehmt die 700D. Wenn ihr für die 700D ewig sparen müsstet, reicht auch sehr gut die 1200D.

Die besten Kamera-Marken
Wie ihr seht, sind beide Vorschläge von Canon. Das liegt nicht daran, dass Canon so viel besser ist als die anderen Marken, aber ich fotografiere selbst mit Canon und bin damit extrem zufrieden. Letztendlich werdet ihr keinen qualitativen Unterschied zwischen den verschiedenen Herstellern merken.

 

Einsteiger Objektiv für Spiegelreflexkameras

Die Kameras lassen sich meistens zusammen mit einem so genannten Kit-Objektiv, meist mit 18-55 mm, kaufen. Die Angabe „x – x mm“ bezieht sich auf die Brennweite und sagt euch, wie weit ihr damit zoomen könnt.

Ich empfehle euch, nicht das Kit-Objektiv mit zu kaufen, sondern lieber dieses:


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Es ist ein so genanntes „Superzoom-Objektiv“ – mit diesem könnt ihr viel weiter zoomen, also z.B.- auch weiter entfernte Tiere im Zoo fotografieren.

 

Superzooom-Objektive sind perfekt für Anfänger

Viele Leute werden solch ein Objektiv für eine falsche Empfehlung halten.
Dies hat zwei Gründe

  1. es ist nicht so extrem scharf wie ein Objektiv was über 1000 Euro kostet (aber immer noch so scharf, dass ihr keinen Unterschied sehen werdet)
  2. es kommt vergleichsweise wenig Licht durch das Objektiv

Es hat jedoch einen ganz entscheidenden Vorteil: es ist nicht spezialisiert auf einen Bereich der Fotografie. Das heißt:

Ihr könnt damit fast alles fotografieren!

So könnt ihr herausfinden, wofür ihr das Ojektiv wirklich benötigt.
Wenn ihr irgendwann merkt, ihr macht hauptsächlich Landschaftsaufnahmen, könnt ihr euch ein weiteres Objektiv dafür kaufen.
Oder ihr merkt, dass ihr immer mehr und mehr Menschen fotografiert? Dann könnt ihr euch auch dafür spezielle Objektive kaufen.

Der Kauf eines Superzoom-Ojektives ist meiner Meinung nach für den Lernprozess extrem wichtig. Ich selbst habe lange Zeit mit einem solchen fotografiert und war damit sehr zufrieden.

Anderes Objektiv zum Einstieg
Wenn ihr ganz genau wisst, dass ihr nur Fotos von einem Themengebiet machen wollt, könnt ihr euch evtl. auch gleich ein spezielles Objektiv dafür kaufen. Wollt ihr beispielsweise nur Makro-Fotos machen, könnt ihr euch auch ein Makro-Objektiv kaufen. Bevor ihr euch ein anderes Objektiv kauft, solltet ihr euch den Artikel zur Brennweite und zur Lichtstärke durchlesen.
Wenn ihr euch deshalb unsicher seid, könnt ihr mir auch gern eure Frage als Kommentar hinterlassen :)

 

Systemkameras

Systemkameras bestehen ebenfalls aus Kamera-Body und wechselbaren Objektiv.

Spiegellose Systemkamera für Einsteiger

Spiegellose Systemkamera für Einsteiger von Olympus

Die Hauptunterschiede:

Sucher
Ihr schaut durch einen elektronischen Sucher. Dieser ist ein kleines Display, welcher euch das Bild zeigt, welches schon vom Kamera-Sensor aufgezeichnet wurde. Dadurch können die Kamera-Einstellungen schon mit im Sucher verrechnet werden. Wird das Bild mit den jetzigen Einstellungen zu dunkel, seht ihr auch ein dunkles Bild im Sucher.

Größe und Gewicht
Die Kameras sind kleiner als Spiegelreflexkameras, aber meistens größer als Kompaktkameras.

 

Empfohlene Systemkamera-Bodys für Einsteiger

Auch hier kommt wieder eine Empfehlung einer Marke, die ich selbst besitze:


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Die Kamera hat einen sehr guten eingebauten Bildstabilisator. Dadurch verringert sich die Gefahr Bilder zu verwackeln extrem.

Wie ihr seht, ist die ausgewählte Kamera etwas teurer als die Vorschläge für die Spiegelreflex-Kameras. Das liegt daran, dass die meiner Meinung nach empfehlenswerten Marken nicht ganz so billige Kameras im Sortiment haben.

 

Einsteiger-Objektiv für Systemkameras

Auch hier empfehle ich euch wieder ein Superzoom-Objektiv, nämlich das 14-150 mm für die Olympus-Kamera.


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Die Begründung ist die gleiche wie auch bei den Spiegelreflex-Kamera-Objektiven.

 

Kompaktkameras

Kompaktkameras haben ein fest eingebautes Objektiv.

Eine preiswerte Kompaktkamera

Eine preiswerte Kompaktkamera

Wenn ihr vor habt, tiefer in die Fotografie einzusteigen, empfehle ich euch nicht eine Kompaktkamera zu kaufen – sie bieten euch nur schlecht die Möglichkeit euch später zu spezialisieren.

Falls ihr doch unbedingt eine Kompaktkamera kaufen möchtet, sollte sie euch auf jeden Fall die Möglichkeit geben, folgendes manuell einzustellen: Blende, Belichtungszeit, ISO, Fokuspunkte.
Da ich mir nie eine solche Kompaktkamera gekauft habe, möchte ich euch auch keine konkrete Empfehlung hierfür geben.

 

Brauche ich einen Blitz?

Ja, irgendwann werdet ihr bestimmt einen extra Blitz benötigen. Aber kauft ihn nicht gleich mit der Kamera, sondern fangt erst einmal an zu fotografieren und euch durch diese Seite zu lesen :)

 

Kameratasche

Nur kurz: Ihr solltet eine Kamera-Tasche haben um die Kamera zu schützen. Am Anfang wisst ihr noch nicht, was ihr später alles für weiteres Zubehör haben werdet, was mit in die Tasche muss.
Deswegen meine Empfehlung: kauft erst einmal eine relativ kleine Tasche, in die eure Kamera mit dem angeschraubten Objektiv reinpasst.

Ein bisschen Werbung: wenn ihr durch professionelles Fotoequipment stöbern möchtet, schaut mal bei Calumet.
Da gibts echt viel hochwertiges Zeug, was ihr so auf Amazon o.ä. nicht findet. Und wenn ihr über den Banner dort hin geht, bekommt ich sogar ein paar Prozente vom Verkauf – dankeschön :)

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Fazit – Kamera-Kauf für Einsteiger

Mit den Kamera- und Objektiv-Empfehlungen werdet ihr sehr lange sehr gut fotografieren können. Ich selbst habe mit einer Einsteiger-Spiegelreflex-Kamera und Superzoom-Objektiv 4 Jahre fotografiert, bevor ich mir etwas teureres gekauft habe.

Irgendwann werdet ihr euch mit eurer Fotografie in eine Richtung spezialisieren und dann wahrscheinlich ein extra Objektiv dafür kaufen – aber dafür habt ihr noch viel Zeit :)

Ihr habt Fragen zu diesem Thema? Dann könnt ihr mir gern einen Kommentar hinterlassen.

Liebe Grüße
Stefan

 

Hinweis zu den Produkt-Links:

Ich habe euch die empfohlenen Produkte auf dieser Seite gleich mit Amazon verlinkt, weil:

1. Ich selbst kaufe fast alle Technik über Amazon und bin sehr zufrieden.
2. Wenn ihr über meine Links die Artikel kauft, bekomme ich ein paar Cent/Euro von Amazon. Für euch werden die Produkte dadurch nicht teurer.

Wenn ihr mich unterstützen wollt, könnt ihr das also über diese Käufe tun :)

 

 


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3 Kommentare

Robert

Cool, dass du erst einmal das Fotografieren ohne zusätzliches Super-Objektiv empfiehlst.
Ich denke auch, dass ein zusätzliches Objektiv nur dazu führt die Sache an sich zu verkomplizieren und den Leuten schon zu Beginn den Spaß am fotografieren nimmt…
Denn wenn das erstellte Foto den Wünschen und Vorstellungen nicht entspricht, hat mein kein Bock mehr. Bei zu vielen Einstellungsmöglichkeiten etc ist es oft gleich vorbei!
Das kenne ich noch von mir selbst.. (;

Michel Löffler

Hallo :)
Du sagst bei der systemkamera das du empfehlen würdest das Zoomobjektiv zu kaufen. Lohnt sich das echt? Denn dieses objektiv ist schon ziemlich teuer.ich bin auch auf die Olympus pen EL-P7 gestoßen. Nun weiß ich nicht, was hältst du von dieser im Gegensatz zu der von dir empfohlenen Olympus?
Vielen Dank im voraus;)

Stefan Berger

Hallo Michel,

die Olympus E-PL7 scheint so ziemlich die gleiche Kamera wie die OM-D E-M10 zu sein, nur dass sie keinen Sucher hat. Das kann bei starken Sonnenlicht stören – da ist es manchmal schwer auf dem Display das Motiv richtig zu erkennen.
Das Gehäuse der E-PL7 ist dafür aber etwas kleiner und leichter als das der OM-D. Das ist natürlich von Vorteil fürs mitnehmen, aber es könnte sein, dass sie schlechter in der Hand liegt. Sie hat im Vergleich zur OM-D E-M10 MK II beispielsweise nicht diese Gehäuse-Erhöhung hinten an der rechten Seite, mit der sich die Kamera besser mit dem Daumen halten lässt. Aber um einschätzen zu können, wie sie dir so in der Hand liegt, gehst du am besten mal in ’nen Laden und probierst ein bisschen rum.
Im Vergleich zur OM-D E-M10 MK II hat die E-PL 7 auch einen etwas schlechteren Bildstabilisator (3 Achsen statt 5 Achsen). Aber ob das zum Tragen kommt, liegt letztendlich daran wie und was du fotografierst.

Zum Objektiv. Ein Zoomobjektiv empfehle ich Anfängern, weil es mehr Möglichkeiten bietet, als eine Festbrennweite. Ein Festbrennweitenobjektiv schränkt dich, dadurch dass es eben nur eine Brennweite hat, stark ein. Mit einem Zoom-Objektiv kannst du ein und das selbe Motiv aus völlig unterschiedlichen Perspektiven fotografieren. Weiterführende Infos dazu findest du auch unter
https://www.foto-dysein.de/brennweite-zur-gestaltung-nutzen/
und
https://www.foto-dysein.de/warum-der-zoom-die-fuesse-nicht-ersetzt/
Ein Zoom-Objektiv ist dann im Normalfall auch immer billiger als die einzelnen Festbrennweiten-Objektive in diesem Brennweitenbereich zusammen.
Ein Superzoom-Objektiv wie das Olympus 14-150 mm schränkt dich dabei natürlich noch weniger ein, als ein Standardzoom wie das 14-42 mm. Wenn du aber weißt, dass du den Bereich von 43-150 mm eh nicht brauchen wirst, kannst du natürlich auch das 14-42 mm nehmen. Als Anfänger, der noch nie Kontakt zu den unterschiedlichen Brennweiten hatte, kann man das aber meist schlecht einschätzen.
Wenn du schon ganz genau weißt, was du fotografieren wirst, kannst du natürlich auch eine Festbrennweite nehmen. Wenn du z.B. immer nur Kopfportraits fotografieren möchtest, kannst du das Olympus 25 mm 1:1.8 oder das 45 mm 1:1.8 nehmen. Diese bieten dir dann eine höhere Lichtstärke und damit Vorteile beim Fotografieren in dunklen Umgebungen und auch eine bessere Freistell-Möglichkeit (https://www.foto-dysein.de/blende-und-tiefenschaerfe/)

Ich hoffe, das hat dir etwas weiter geholfen :)
Liebe Grüße
Stefan



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