Makrofotografie ohne Makroobjektiv


Makrofotos ohne Makro-Objektiv

Ist für Makrofotos ein Makro-Objektiv notwendig? Nein, es gibt auch Alternativen die euch den günstigen Einstieg in die Makrofotografie ermöglichen. Ich erkläre welche das sind, welche Vor- und Nachteile sie haben und gebe euch Tipps für bessere Makrofotos.

Inhalt

Für alle die sich lieber Videos anschauen, hab ich das ganze auch in einem Film erklärt. Der Textbeitrag ist aber ausführlicher und gibt noch mehr Tipps.

Video zu Makro-Fotos auf Youtube

 

Wozu braucht man Makro-Objektive?

Makroobjektive ermöglichen es euch kleine Dinge auf Fotos groß abzubilden.
Viele Anfänger verwechseln Makro-Objektive mit Teleobjektiven. Das liegt daran, dass man ja mit Tele-Objektiven weit entfernte Motive, welche mit einer Normalbrennweite nur klein auf dem Foto zu sehen wären, groß abbilden kann. Mit einem normalen Teleobjektiv lässt sich aber zum Beispiel ein kleines Insekt nicht formatfüllend scharf fotografieren. Das liegt an der Naheinstellgrenze des Objektives.
 

Naheinstellgrenze von Objektiven

Jedes Objektiv hat eine Naheinstellgrenze. Sie gibt an, wie nah das Motiv höchstens am Bildsensor sein darf, damit das Objektiv dieses noch fokussieren kann. Möchtet ihr etwas fotografieren das näher am Sensor ist, als die Naheinstellgrenze, könnt ihr darauf nicht mehr fokussieren.

Das beliebte 50 mm 1:1.8 Objektiv von Canon hat eine Naheinstellgrenze von 0,45 m. Wenn ihr ein Foto von einem kleinen Insekt aus diesen 45 cm Entfernung macht, werdet ihr merken, dass es nicht besonders groß abgebildet wurde. Wenn ihr nun an der gleichen Stelle stehen bleibt und statt dessen das Canon 200 mm 1:2.8 Objektiv an eure Kamera schraubt, könntet ihr das Insekt ja theoretisch 4 mal größer fotografieren. Könnt ihr auch – aber es wird total unscharf werden, denn die Naheinstellgrenze von diesem Objektiv liegt bei 1,5 m. Ihr müsst also über drei mal weiter von eurem Motiv weg gehen um es fokussieren zu können. Damit habt ihr den Vorteil der vierfachen Brennweite wieder fast komplett zunichte gemacht.

Makro-Objektive haben eine besonders geringe Naheinstellgrenze, damit ihr auch nahe Motive fotografieren könnt. Beim Canon 180 mm 3.5 Makro liegt diese bei 0,48 m. Ihr könnt mit diesem Objektiv also 3 mal näher an das Insekt heran gehen, als mit dem 200 mm 2.8, obwohl es fast die gleiche Brennweite hat, und es trotzdem scharf abbilden.

Makrofoto eines Edelsteins mit Tamron Makro-Objektiv

Für dieses Makrofoto habe ich das Makro-Objektiv Tamron SP AF 90 mm 1:2.8 Makro mit foldenden Einstellungen verwendet: ISO 100 | f/5,6 | 1/125 s | Blitz. Links seht ihr das komplette Bild, rechts einen 100% Ausschnitt.

 

Abbildungsmaßstab

Wenn ihr beurteilen wollt, ob ein Objektiv für Makro-Fotos geeignet ist, sind also zwei Kennwerte wichtig: die Brennweite und die Naheinstellgrenze. Damit ihr daraus jetzt aber nicht kompliziert berechnen müsst, wie groß ihr eure Motive damit fotografieren könnt, geben die Objektiv-Hersteller im Normalfall den maximalen Abbildungsmaßstab des Objektivs an.

Echte Makro-Objektive ermöglichen euch eine Abbildung von mindestens 1:1 bzw. einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1,0. Wenn ihr damit bis zur Naheinstellgrenze an ein Insekt von beispielsweise 3 cm Größe heran geht, wird dieses auch 3 cm groß auf dem Bildsensor abgebildet. Auf einem Vollformat-Sensor, welcher 24 x 36 mm groß ist, nimmt das Insekt also fast das komplette Bild ein.

Abbildungsmaßstab des Makroobjektivs

Hier ist der Beweis: das Makro-Objektiv liefert uns wirklich einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Der auf dem Foto aufgenommene Bereich ist 3,6 cm breit, genau so wie der Kamerasensor. Dieses Bild hilft euch auch die Abbildungsmaßstäbe der folgenden Fotos besser einzuschätzen.

Das Canon 50 mm 1.8 hat nur einen Abbildungsmaßstab von 0,15. Das bedeutet, dass das 3 cm große Insekt nur maximal 0,15 * 3 cm = 0,45 cm groß auf dem Sensor abgebildet werden könnte.

Die Angaben für den Abbildungsmaßstab findet ihr mal als Dezimalangabe und mal als Bruch. Der Abbildungsmaßstab von 0,15 könnte also genau so gut 1:6,66 geschrieben werden.

Das vorhin ebenfalls erwähnte 200 mm 2.8 hat einen maximalen Abbildungsmaßstab von 0,16 – also fast den selben wie das 50 mm 1.8. Wie weiter oben erklärt, ist das auch logisch – ihr habt zwar eine viermal längere Brennweite, müsst aber auch über 3 mal weiter weg gehen um fokussieren zu können.
 

Sensor-Größe bei Makro-Fotos

Ein kleiner Bildsensor lässt das Motiv auf dem Foto größer erscheinen als ein großer Bildsensor, wenn ihr das selbe Makro-Objektiv und den selben Aufnahmeabstand verwendet. Wenn ihr nicht wisst weshalb, solltet ihr euch den Artikel zum Crop-Faktor anschauen.
Deshalb lassen sich mit Kameras mit Sensoren im APS-C oder Micro-Four-Thirds Format auf den ersten Blick auch nähere Makro-Fotos machen. Jedoch kann es sein, dass die Vollformat-Kamera im Vergleich viel mehr Pixel als die Crop-Kamera hat und ihr damit das selbe nahe Ergebnis erhaltet, wenn ihr das Bild im Nachhinein zurecht schneidet.

Der maximale Abbildungsmaßstab des Objektives bleibt übrigens immer gleich, egal welche Kamera ihr dran schraubt – es ändert sich nur die Sensor-Größe.
 

Beste Brennweite für Makro-Objektive

Die meisten Makro-Objektive bieten euch, unabhängig von ihrer Brennweite, einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1. Darauf, wie groß ihr euer Motiv maximal aufs Foto bannen könnt, hat die Brennweite von Makroobjektiven also erst mal keinen Einfluss. Aber trotzdem beeinflusst sie euer Makro-Foto, denn unterschiedliche Brennweiten ermöglichen euch unterschiedliche Perspektiven, beeinflussen die Schärfentiefe und schaffen mehr oder weniger Fluchtdistanz.

Perspektive

Wie ihr vielleicht schon aus dem Artikel über Brennweite und Perspektive wisst, habt ihr mit einem Weitwinkel mehr Hintergrund auf dem Foto als mit einer langen Brennweite, wenn ihr das Hauptmotiv gleich groß abbildet. Auch der Rest aus dem Artikel stimmt ebenfalls für Makro-Fotos; also die verschiedenen Größenverhältnisse und scheinbare Abstände zwischen den Objekten. Wenn ihr also ein Makro-Foto aufnehmen wollt, bei dem fast nur das Hauptmotiv im Vordergrund steht, eignet sich eine längere Brennweite besser. Wollt ihr außerdem noch die Umgebung im Hintergrund zeigen, oder besonders spannende Perspektiven nutzen, nehmt lieber ein Weitwinkel.

Schärfentiefe des Makrofotos

Ein Aspekt der bei Makro-Fotos sehr entscheidend ist, ist die Schärfentiefe. Diese ist im Makro-Bereich immer sehr gering, da ihr mit der Kamera nah am Motiv seid. So kann es sein, dass von einem Insekt nur ein Auge scharf wird, wenn ihr nicht weit genug abblenden könnt. Da bei Weitwinkel-Objektiven die Schärfentiefe größer ist als langen Brennweiten, kann es mit diesen leichter sein euer komplettes Motiv scharf zu bekommen.
Mit einer langen Brennweite bekommt ihr jedoch einfacher einen schön unscharfen Hintergrund.
Wenn ihr euch mit der Schärfentiefe nicht so gut auskennt, schaut euch mal den Artikel zur Blende und Schärfentiefe an. Außerdem habe ich hier ein paar Tipps um die Schärfentiefe zu steigern.

Fluchtdistanz

Wenn ihr Makrofotos von lebenden Tieren machen wollt, müsst ihr meist eine gewisse Fluchtdistanz einhalten. Es kann sein, dass ein Insekt noch sitzen bleibt, wenn ihr 25 cm davon entfernt seid, es aber weg fliegt wenn ihr euch auf 10 cm nähert. Ein Makro-Objektiv mit langer Brennweite ermöglicht euch das Insekt genau so groß abzubilden wie eine kürzere Brennweite, aber ihr könnt mehr Abstand halten.

Makro-Objektive könnt ihr ab ca. 400 € kaufen:

Makro Objektive von Tamron für unterschiedliche Kamera-Hersteller
Von Sigma, auch für unterschiedliche Kamera-Hersteller
Makro-Objektive für Micro-Four-Thirds Systemkameras
*Amazon Partnerlinks

 

Makrofotografie ohne Makro-Objektiv

Ein Makro-Objektiv ist die einleuchtendste Möglichkeit um Makrofotos zu machen. Es gibt jedoch auch Zubehör und Tricks durch die ihr mit euren normalen Objektiven in die Makrofotografie einsteigen könnt. Die meisten haben ein paar Nachteile, sind jedoch eine günstigere Alternative zum Makro-Objektiv.

Zwischenringe für Makro-Fotos

Zwischenringe sind einfache Plastik- oder Metall-Ringe im Durchmesser eures Kamera-Bajonetts, die ihr unkompliziert zwischen Kamera und Objektiv schraubt. Sie enthalten keine Linsen oder ähnliches, sondern sorgen einfach nur dafür, dass das Objektiv weiter von eurer Kamera entfernt ist. Durch diesen zusätzlichen Abstand verringert sich die Naheinstellgrenze.

Zwischenringe für Makrofotos

Zwischenringe ermöglichen euch den günstigen Einstieg in die Makrofotografie ohne ein Makro-Objektiv. Hier habe ich ein 10 mm und ein 16 mm Zwischenring an der Kamera.

Je länger der Zwischenring ist, um so stärker ist auch die Verkürzung der Naheinstellgrenze.
Außerdem wirken Zwischenringe bei einem Weitwinkel-Objektiv stärker.

Beim Canon 50 mm 1.8 erhöht sich der maximale Abbildungsmaßstab mit einem 12 mm langen Zwischenring von 0,15 auf 0,39. Mit einem 25 mm langen Zwischenring sogar auf 0,68.

Beim Canon 200 mm 2.8 erhöht sich der maximale Abbildungsmaßstab mit einem 12 mm Zwischenring von 0,16 auf 0,23. Mit dem 25 mm Zwischenring sind es 0,32.
Wie ihr seht, ist hier der Effekt viel geringer als beim 50 mm Objektiv.

Makrofoto mit 16 mm Zwischenring

Makrofoto mit dem Olympus M.Zuiko Digital 17 mm 1:1.8 und 16 mm Zwischenring. Wie ihr seht, ist der Abbildungsmaßstab größer als beim Makroobjektiv. Folgende Kameraeinstellungen habe ich verwendet: ISO 400 | f/5,6 | 1/125 s | Blitz. Links ist wieder das komplette Bild, rechts ein 100% Ausschnitt.

Nachteile von Zwischenringen

Zwischenringe haben jedoch einen großen Nachteil: sie verringern auch die weiteste Distanz auf die ihr fokussieren könnt. Ihr könnt also nichts mehr scharf stellen, was weiter entfernt ist. Habt ihr Zwischenringe im Einsatz, könnt ihr somit meist auch nur Makro-Fotos machen, bis ihr die Zwischenringe wieder entfernt. Dieser Effekt ist wieder bei kurzen Brennweiten und langen Zwischenringen stärker. Das kann so weit gehen, dass ihr mit einem langen Zwischenring und einem Weitwinkel gar nicht mehr fokussieren könnt, weil die maximal fokussierbare Distanz im Objektiv liegt.

Deshalb werden Zwischenringe oft als Set mit unterschiedlichen Längen angeboten. So könnt ihr immer den passenden nutzen, je nachdem welche Brennweite euer Objektiv hat und wie nah ihr heran müsst.

Einfache Zwischenringe leiten keine Signale von der Kamera zum Objektiv weiter. Die meisten modernen Objektive können die Blende aber nur mithilfe dieser Signale verstellen. Deshalb empfehle ich euch Zwischenringe, welche die elektrischen Signale weiterleiten, denn im Makro-Bereich möchte man eigentlich fast immer etwas abblenden.

Zwischenringe müsst ihr natürlich immer passend zu eurem Kamera-System kaufen, denn schließlich müssen sie, genauso wie Objektive, an das Kamera-Bajonett passen.

Die Bildqualität des Objektives bleibt durch Zwischenringe so gut wie erhalten, da keine neuen Linsen ins optische System gebracht werden. Allerdings ist die Schärfe von Makro-Objektiven im Makrobereich meist trotzdem besser, denn diese wurden speziell auf nahe Distanzen optimiert.

Zuletzt sollte ich euch auch nicht verschweigen, dass die Lichtstärke durch den Einsatz von Zwischenringen etwas leidet. Ihr müsst also entweder für etwas stärkeres Licht sorgen, oder durch die Kamera-Einstellungen etwas heller belichten. Der Effekt ist bei kurzen Zwischenringen kaum spürbar, muss jedoch bei sehr langen Ringen bedacht werden.
Erreicht ihr mit den Zwischenringen einen Abbildungsmaßstab von 1:1, beträgt der Lichtverlust 2 Blendenstufen.
Die effektive Blende, also den Blendenwert inklusive dem Lichtverlust, könnt ihr mit folgender Formel berechnen: (1 + Abbildungsmaßstab) * nominelle Blendenzahl = effektive Blende.

Diesen Effekt habt ihr übrigens mit einem Makro-Objektiv ebenfalls.

Zwischenringe könnt ihr als Sets bei Amazon ab ca. 20 € kaufen:

Zwischenringe auf Amazon *Amazon Partnerlinks

Makro-Balgen / Balgengeräte

So etwas wie ein flexibler Zwischenring sind die Makro-Balgen. Auch diese werden zwischen die Kamera und das Objektiv geschraubt, lassen sich jedoch in der Länge verstellen. Dadurch könnt ihr die Stärke jederzeit an eure Bedürfnisse anpassen, ohne ständig das Objektiv abschrauben zu müssen, wenn ihr noch näher an ein Motiv heran wollt.
Manche Balgengeräte haben sogar einen Tilt-/Shift-Mechanismus mit dem ihr die Schärfeebene verschwenken und perspektivische Verzeichnungen ausgleichen könnt.

Makro Balgengeräte auf Amazon *Amazon Partnerlinks
 

Makro-Konverter und Nahlinsen bzw. Makro-Linsen

Eine weitere Möglichkeit mit euren normalen Objektiven in den Makro-Bereich vorzustoßen sind Nahlinsen und Makro-Konverter. Beide funktionieren ähnlich wie Lupen, welche ihr vor das Objektiv schrauben könnt. Somit müssen sie den selben Filtergewinde-Durchmesser haben wie euer Objektiv.

Wenn ihr die Makro-Linsen für mehrere Objektive mit unterschiedlichem Filtergewinde nutzen wollt, dann kauft euch die Linsen am besten für das Objektiv mit dem größten Gewindedurchmesser. An die anderen Objektive könnt ihr die Nahlinsen dann mit einem Step-Up Filter Adapter Ring befestigen. Diese Adapter sind wesentlich günstiger als Makro-Konverter in unterschiedlichen Durchmessern.
Filteradapter bei Amazon (Partnerlink)

Nahlinsen, bzw. Makro-Linsen, bestehen aus einer einzelnen optischen Linse. Diese Linse hat eine bestimmte Dioptrien-Zahl. Je höher die Dioptrien, um so nähere Motive könnt ihr fokussieren.
Wie auch die Zwischenringe, könnt ihr mehrere Nahlinsen kombinieren um einen noch stärkeren Effekt zu erzeugen.

Makrofoto mit Nahlinse

Dieses Makrofoto wurde mit dem Canon 70-200 mm 1:4 L und der Raynox DCR-250 Nahlinse (6 Dioptrien) aufgenommen. Die verwendete Brennweite war 200 mm, die restlichen Einstellungen wieder ISO 100 | f/5,6 | 1/125 s | Blitz.

Da die Nahlinsen nur aus einer Linse bestehen, können sie nicht gut optisch korrigiert werden. Somit entstehen durch diese Linsen oft Abbildungsfehler, wie z.B. chromatische Aberrationen. Die Bildqualität leidet oft stark. Vor allem im Randbereich des Fotos könnt ihr meist mit Unschärfe rechnen. Je stärker die Dioptrien, um so schlimmer wird normalerweise auch die Bildqualität. Noch schlechter wird sie, wenn ihr mehrere Nahlinsen kombiniert.

Besser sind Makro-Konverter, welche aus mehreren Linsen bestehen. Diese Linsenkombination, ein so genannter Achromat, sorgt für wesentlich weniger Qualitätseinbußen. Noch besser wird die Qualität, wenn ihr einen Makro-Konverter kauft, welcher direkt vom Hersteller eures Objektives kommt und auf das spezielle Objektiv angepasst wurde.
Die Achromaten sind zwar teurer als die einfachen Nahlinsen, jedoch sind sie aufgrund der besseren Bildqualität eine bessere Alternative für Makroobjektive.

Makrokonverter von Raynox am Teleobjektiv

Eine Nahlinse bietet vor allem an langen Brennweiten, wie hier 200 mm, eine Alternative zu Makro-Objektiven.

Anders als bei den Zwischenringen, wirken Makro-Konverter und Nahlinsen stärker bei langen Brennweiten als bei kurzen Brennweiten. Wenn ihr mit +1 Dioptrien bei 50 mm noch kaum einen Effekt spürt, kann die Wirkung bei 200 mm schon erheblich sein.

Einfluss der Brennweite bei Nahlinsen

Für dieses Makrofoto habe ich die Brennweite von 70 mm statt 200 mm verwendet. Obwohl die Nahlinse die selbe ist, ist der Abbildungsmaßstab erheblich gesunken.

Wie auch bei den Zwischenringen, könnt ihr mit den Nahlinsen nicht mehr auf Unendlich fokussieren. Jedoch lassen sich die Nahlinsen schneller wieder vom Objektiv entfernen als die Zwischenringe.

Manchmal könnt ihr eine höhere Qualität erreichen, wenn ihr eine stärkere Nahlinse verwendet und dafür mit dem Objektiv auf Unendlich fokussiert, anstatt eine schwache Nahlinse zu nutzen und auf den Nahbereich des Objektivs zu fokussieren. Das ist aber bei jeder Kombination unterschiedlich, so dass ihr hier etwas rumprobieren müsst.

 
Hier könnt ihr einen hochwertigen Makro-Konverter von Raynox auf Amazon kaufen:
Makro Konverter *Amazon Partnerlinks

 

Umkehrring oder Retroadapter

Mit einem Umkehrring, auch Retroadapter genannt, schraubt ihr euer Objektiv verkehrt herum an die Kamera. Das klingt vielleicht im ersten Moment etwas merkwürdig, ist aber eine super Alternative zu Makro-Objektiven. Dadurch, dass keine zusätzlichen Linsen benötigt werden, das Objektiv auch in einer Fokus-Stellung verwendet wird auf die es optimiert wurde, und auch nur der innere Bildkreis des Objektives verwendet wird, ist die Bildqualität mit einem Retro-Adapter meist hervorragend.

Makrofoto mithilfe eines Retroadapters

Mithilfe des Umkehrringes, auch Retroadapter genannt, habe ich hier das Tamron 28-75 mm umgedreht an der Kamera befestigt. Dadurch konnte ich auch mit diesem ganz normalen Objektiv ein Makrofoto aufnehmen. Die Aufnahmewerte waren folgende: 28 mm Brennweite | ISO 800 | f/5,6 | 1/125 s | Blitz. Rechts seht ihr wieder einen 100% Ausschnitt.

Bei Weitwinkel-Objektiven könnt ihr mit Hilfe des Umkehrringes eines stärkeren Effekt erzeugen als bei langen Brennweiten. Mit kurzen Brennweiten erzielt ihr locker einen wesentlich größeren Abbildungsmaßstab als 1:1.

Einfache Umkehrringe kosten nicht viel, ermöglichen aber auch keine Weiterleitung der Kamera-Signale an das Objektiv. Ihr könnt somit also mit modernen Objektiven nicht die Blende verstellen und keinen Autofokus nutzen.

Mit einem Trick könnt ihr aber auch mit einfachen Umkehrringen unterschiedliche Blendenöffnungen nutzen. Montiert euer Objektiv normal auf die Kamera, stellt die gewünschte Blende ein, lasst die Abblend-Taste gedrückt und dreht das Objektiv ab. Die eingestellte Blende bleibt so eingerastet, auch wenn ihr das Objektiv nun mit dem Umkehrring oder einem einfachen Zwischenring montiert.

Ein weiterer Nachteil dieser Umkehrringe ist, dass die Kontakte des Objektives in Retro-Stellung frei liegen. Dadurch können sie leicht verdrecken, vor allem wenn ihr eure Makro-Fotos draußen aufnehmt.

Aufwändigere Retroadapter bestehen zusätzlich aus einem Teil den ihr an das Bajonett des Objektives schraubt. Dadurch wird nicht nur das Dreck-Problem gelöst, sondern es werden vor allem auch die Kamera-Signale übertragen. Somit könnt ihr den Autofokus und die Blendeneinstellung nutzen. Der Autofokus klappt jedoch häufig nicht so gut wie im Normalbetrieb des Objektives, so dass ihr meist mit dem manuellen Fokus doch besser dran seid.

Retroadapter mit Autofokus

Hier habe ich den Retroadapter Movo EXT-C5 verwendet. Dieser ermöglicht weiterhin Autofokus und Blendeneinstellung für Makrofotos.

Die Umkehrringe und Retroadapter müssen immer zum Bajonett eurer Kamera und dem Filterdurchmesser des Objektives passen. Den Filterdurchmesser könnt ihr jedoch, wie bei den Nahlinsen beschrieben, mit Step-Up-Ringen adaptieren.

Einfache Umkehrringe könnt ihr für unter 10 € kaufen: Umkerringe auf Amazon
Und hier findet ihr einen Retroadapter mit Signalweiterleitung: Retroadapter
*Amazon Partnerlinks
 

Telekonverter für Makrofotos

Telekonverter werden zwischen Kamera und Objektiv geschraubt. Sie erhöhen die Brennweite des Objektives, verändern aber nicht dessen Naheinstellgrenze. Dadurch wird euer Motiv größer abgebildet.

Telekonverter haben meist eine Stärke von 1,4 oder 2. Die Brennweite wird also 1,4 mal höher, bzw. verdoppelt. Der Effekt für Makrofotos ist also nicht all zu stark – ihr bekommt euer Motiv nur doppelt so groß auf den Sensor.

Telekonverter haben auch noch weitere Nachteile. Zum einen beinhalten sie Linsen und verschlechtern somit etwas die Bildqualität. Außerdem verringern sie die Lichtstärke. Ein 1,4-fach Telekonverter schluckt eine Blende Licht, ein 2-facher sogar 2 Blenden. Und zu guter Letzt ist ein Telekonverter meist auch noch teurer als die anderen Makro-Objektiv Alternativen.
Ein kleiner Vorteil ist jedoch, dass ihr mit einem Telekonverter weiterhin bis auf Unendlich fokussieren könnt.

Nur für Makro-Fotos würde ich also keinen Telekonverter kaufen. Wenn ihr ihn aber eh wegen Tierfotos oder Sportaufnahmen habt, könnt ihr ihn mit den genannten Abstrichen auch für den Nahbereich nutzen.

Kupplungsring für Makro-Fotos mit zwei Objektiven

Diese Variante kostet euch nicht viel, aber ermöglicht euch sehr hohe Abbildungsmaßstäbe. Ein Kupplungsring ermöglicht euch ein zweites Objektiv als gute Nahlinse vor euer normales Objektiv zu schrauben. Euer erstes Objektiv befestigt ihr ganz normal an der Kamera. Dann schraubt ihr den Kupplungsring in das Filtergewinde dieses Objektives. Zuletzt schraubt ihr das zweite Objektiv in Retro-Stellung ebenfalls mit dessen Filtergewinde an den Kupplungsring vor das erste Objektiv.
Die Blende des zweiten Objektives lasst ihr offen. Mit der Blende des Objektivs an der Kamera regelt ihr die Schärfentiefe.

Kupplungsring verbindet zwei Objektive für Makrofotos

Mithilfe des Kupplungsringes habe ich hier das 45 mm an der Kamera mit dem 17 mm Objektiv verbunden. Eine günstige Alternative für den Einsteig in die Makrofotografie.

Den somit erzielten Abbildungsmaßstab könnt ihr berechnen, indem ihr die Brennweite des Kamera-Objektives durch die Brennweite des als Nahlinse missbrauchten Objektives teilt. Wenn ihr ein 100 mm Objektiv an der Kamera habt und ein 25 mm Objektiv in Retro-Stellung davor befestigt, erhaltet ihr einen Abbildungsmaßstrab von 4:1. Ihr könnt also eine stärkere Vergrößerung erreichen, indem ihr ein Kamera-Objektiv mit langer Brennweite verwendet und ein daran gekoppeltes Objektiv mit kurzer Brennweite.

Extremer Abbildungsmaßstab mit Kupplungsring auf Makrofoto

Der Abbildungsmaßstab den ihr für euer Makrofoto mit dem Kupplungsring erreichen könnt ist extrem. Ich habe wieder Blende 5,6 verwendet um die Aufnahme gut mit den restlichen Fotos vergleichen zu können, weshalb die Schärfentiefe auf diesem Bild bei dem hohen Abbildungsmaßstab extrem gering ist. Die restlichen Aufnahmewerte waren ISO 400 | 1/125 s | Blitz. Es waren, wie im vorherigen Foto, das 45 mm Objektiv an der Kamera und daran gekoppelt das 17 mm.

Zwei Objektive zu koppeln ist oft die einzige Möglichkeit günstig Abbildungsmaßstäbe größer als 2:1 mit ordentlicher Bildqualität zu erreichen.
Die Qualität des Makro-Fotos, hängt jedoch stark von der verwendeten Objektiv-Kombination ab. Manche Objektive harmonieren einfach besser miteinander als andere. Bei einigen Kombinationen erhaltet ihr starke Vignettierungen. Außerdem sollte das vordere Objektiv nicht zu schwer sein, sonst wird das Ganze unhandlich und die Technik könnte darunter leiden.

Kupplungsringe könnt ihr für unter 10 € kaufen. Achtet aber auf die richtigen Filtergewinde-Durchmesser:
Kupplungsringe von Quenox auf Amazon *Amazon Partnerlinks
 

Weitere Ausrüstung für Makrofotos

Theoretisch reicht ein Makro-Objektiv oder eine der genannten Alternativen aus um Makrofotos zu machen. Durch den kurzen Aufnahmeabstand, die geringe Schärfentiefe und die kleinen Motive ist es in der Praxis aber nicht so einfach wirklich scharfe Makroaufnahmen zu machen. Es gibt jedoch einiges an weiterer Ausrüstung, welches euch die Makrofotografie erleichtert.

Stativ für Makrofotos

Ohne ein Stativ ist es meist sehr schwer gute Makrofotos zu machen. Wenn ihr sehr kleine Motive fotografiert, hat es schon große Auswirkungen wenn ihr die Kamera auch nur um ein paar zehntel Grad verschwenkt. Wenn ihr dadurch dem Insekt die Fühler am Bildrand abschneidet, ist das natürlich sehr ärgerlich. Das selbe gilt für die geringe Schärfentiefe: einmal die Kamera um einen Millimeter nach vorn bewegt, schon ist der Kopf des Insektes nicht mehr in der Schärfeebene. Und letztendlich führen die kleinen Kamerabewegungen auch schnell dazu dass ihr euer Foto verwackelt.

All diese Probleme könnt ihr mit einem Stativ vermeiden. Für dieses gilt natürlich alles was ich auch im Artikel zu Foto-Stativen geschrieben habe.
Ein besonderes Augenmerk solltet ihr bei Makrofotos aber auf die minimale Höhe des Stativs richten. Motive für Makro-Fotos finden sich oft nah am Boden. Wenn euer Stativ dann auf maximal 50 cm herunter gefahren werden kann, reicht das oft nicht aus. Deshalb haben sich die Stativ-Hersteller unterschiedliche Systeme einfallen lassen um die Kamera dem Boden näher zu bringen. Sehr komfortabel sind Stative mit einer schwenkbaren Mittelsäule. Andere lassen es zu die Mittelsäule zu entfernen und die Stativbeine um 90° nach außen zu schwenken. Bei vielen Stativen könnt ihr auch die Mittelsäule um 180° gedreht im Stativ befestigen, so dass eure Kamera zwischen den Stativbeinen hängt. Doch Vorsicht – es ist nicht so einfach die Kamera zu bedienen, wenn diese auf dem Kopf hängt ;)

Stativ mit schwenkbarer Mittelsäule *Amazon Partnerlink

Beim Stativkopf sind 3-Wege-Neiger im Makro-Bereich einfacher zu bedienen als Kugelköpfe. Sie ermöglichen es euch den Bildausschnitt in jeder Achse präzise separat einzustellen. Am besten für Makrofotografie geeignet sind Getriebeneiger. Hier könnt ihr die Achsen mit Zahnrädern verstellen.
Egal welchen Stativkopf ihr wählt – das wichtigste ist, dass er sich beim Feststellen nicht mehr bewegt. Es ist vor allem im Makro-Bereich sehr ärgerlich, wenn ihr den perfekten Bildausschnitt gewählt habt und sich dieser dann beim Feststellen des Stativkopfes um 5 mm verschiebt.

Makroschlitten, Einstellschlitten bzw. Makro-Schiene

Makroschlitten erleichtern euch die präzise Ausrichtung der Kamera für Makro-Fotos, sowie die exakte Fokussierung im Nahbereich.
Mit einem Stativkopf könnt ihr zwar die Neigung der Kamera bestimmen, aber um den richtigen Standpunkt zum Motiv zu finden müsst ihr das Stativ selbst bewegen. Das kann aber bei Makrofotos schnell nervig werden. Es ist schwer einzuschätzen, wo genau ihr das Stativ hinstellen müsst um den richtigen Abstand zu haben. Schon ein paar Zentimeter mehr oder weniger können den Unterschied zwischen „zu weit weg“ und „nur noch halb drauf“ ausmachen. Vor allem draußen auf unebenen Boden könnt ihr dadurch ewig mit der Ausrichtung des Stativs beschäftigt sein.

Viel einfacher geht es mit einem Makroschlitten, oft auch Einstellschlitten oder Makro-Schiene genannt. Diese Schiene wird auf dem Stativkopf montiert und ermöglicht euch die Kamera präzise auf dem Stativ zu verschieben. Einfache Makroschlitten haben nur eine Schiene um die Kamera vor- und zurück zu bewegen. Ich würde jedoch einen Einstellschlitten mit 2 Achsen bevorzugen, bei dem ihr die Kamera auch seitlich bewegen könnt.

Einstellschlitten zum Fokussieren von Makrofotos

Den Makro-Schlitten könnt ihr außerdem hervorragend verwenden um euer Motiv scharf zu stellen. Im Makrobereich habt ihr oft Schärfentiefen von nur wenigen Millimetern oder weniger. Vor allem wenn ihr Alternativen zum Makro-Objektiv nutzt, wie zum Beispiel Zwischenringe oder einen Umkehrring, könnt ihr dadurch Probleme beim Fokussieren bekommen. Die normalen Objektive, welche ihr dafür nutzt, sind ja nicht auf den Nahbereich optimiert. Ihr Fokus-Ring ist nicht dafür ausgelegt Unterschiede von nur einem Millimeter auszugleichen. Es kann dadurch im Makrobereich sein, dass euer Fokus erst vor dem Motiv liegt, ihr den Fokusring nur minimal weiter dreht, und der Fokus dadurch schon wieder hinter dem Motiv liegt.
Mit einem Makroschlitten könnt ihr jedoch die Kamera in ganz kleinen Schritten zum Motiv hin verschieben und dieses dadurch in die Schärfeebene bringen. Den Fokusring am Objektiv braucht ihr nur um grob vor zu fokussieren.

Makro-Objektive haben meistens weitere Wege für den Fokus-Ring, weshalb ihr mit diesen eure Makrofotos präziser fokussieren könnt. Jedoch ist auch hier ein Einstellschlitten oft noch genauer.

 
Günstige, aber etwas holprige Makro-Schiene von Neewer
Hochwertige Einstellschlitten von Novoflex

*Amazon Partnerlinks
 

Fernauslöser

Bei Makro-Fotos können auch kleinste Bewegungen der Kamera für Verwackelungen oder die Änderung des Bildausschnittes sorgen. Solche Bewegungen können auch entstehen, wenn ihr den Auslöser der Kamera drückt. Ein Fernauslöser ermöglicht euch das Auslösen der Kamera ohne diese anzufassen.

Fernauslöser auf Amazon *Amazon Partnerlinks

Viele moderne Kameras, wie z.B. die Olympus OM-D EM-10 II, lassen sich auch per App vom Smartphone oder Tablet auslösen. Das hat den Vorteil, dass ihr hier sogar das Live-Bild sehen könnt. Das ist natürlich perfekt, wenn ihr auf den richtigen Moment lauert, in dem die Hummel in die Blüte fliegt.

Wenn ihr keinen Fernauslöser habt, könnt ihr auch die Selbstauslöser-Funktion der Kamera nutzen. Oft könnt ihr einstellen, dass die Kamera zum Beispiel nach 2 Sekunden auslöst – in der Zeit haben sich die Schwingungen schon wieder beruhigt.

 

Ringblitz, Makro-Blitz und Reflektoren

Um die geringe Schärfentiefe bei Makrofotos auszugleichen, müsst ihr meist abblenden. Dadurch wird natürlich euer Bild dunkler. Um dann den ISO-Wert niedrig zu halten, ist zusätzliches Licht oft hilfreich.

Ein normaler Aufsteckblitz oder der Kamera-interne Blitz nützt euch in der Makrofotografie aber wenig, denn ihr seid so nah an eurem Motiv dran, dass der Blitz vom Objektiv abgeschattet wird. Deshalb benötigt ihr Blitze, die vorn am Objektiv sind.

Ringblitz

Eine Möglichkeit sind Ringblitze. Diese sind ringförmig und werden vorn um das Objektiv herum befestigt. Durch ihre Form geben sie ein sehr gleichmäßiges Licht ab. Das kann einerseits von Vorteil sein, andererseits aber auch schnell langweilig wirken. Es gibt aber auch Ringblitze bei denen ihr einstellen könnt, dass nur eine Seite des Ringes blitzt. So könnt ihr interessante Lichtstimmungen erzeugen.

Es gibt auch Ringlichter die nicht blitzen, sondern mit Dauerlicht arbeiten. Das hat Vor- und Nachteile. Zu diesem Thema habe ich für euch diesen Artikel: Blitz oder Dauerlicht

 

Zangenblitz und Makro-Blitzschienen

Es gibt auch Blitze die vorn am Objektiv befestigt werden, aber nicht Ringförmig sind. Bei so genannten Zangenblitzen sind meist zwei Blitze jeweils links und rechts vom Objektiv.
Auch hier gibt es Ausführungen mit Dauerlicht. Vor allem die Produkte mit Schwanenhals lassen euch das Licht sehr flexibel ausrichten.

Wenn ihr schon Aufsteckblitze habt, könnt ihr euch Makro-Blitzschienen kaufen. Diese werden meist am Stativgewinde der Kamera befestigt und ermöglichen euch die Blitze dort zu positionieren, wo sie auch beim Zangenblitz wären. Auslösen könnt ihr sie dann entweder über die passenden Kabel, oder per Funkauslöser.

Dadurch dass ihr mit den Blitzen so nah am Motiv seid, müssen diese übrigens über keine besonders hohe Leistung verfügen.

Verschiedene Makro-Blitz Lösungen auf Amazon *Amazon Partnerlinks
 

Makro-Reflektor / Aufheller

Wenn ihr draußen bei strahlendem Sonnenschein fotografiert, braucht ihr oft keinen zusätzlichen Blitz. Um das Licht trotzdem etwas lenken und optimieren zu können, bieten sich Reflektoren an. Diese müssen nicht so groß sein wie für Portraitfotos, sondern können ganz klein und handlich bleiben. Es müssen auch keine professionellen Reflektoren sein – ein Stück Styropor oder ähnliches reicht meist vollkommen aus. Dadurch dass ihr mit dem Reflektor bei Makrofotos sehr nah an euer Motiv heran kommt, könnt ihr effektiv das Licht steuern.
Um den Reflektor nicht extra in der Hand halten zu müssen könnt ihr euch Klemmen mit Schwanenhals besorgen.
Auch sehr praktisch, wenn auch nicht ganz so flexibel, sind Reflektoren die ihr um das Objektiv herum befestigt. Damit könnt ihr vor allem im Gegenlicht das Motiv von vorn gut aufhellen.

Makro-Reflektor von Helios *Amazon Partnerlinks

 

Tipps für Makro-Fotos

Egal ob ihr nun ein Makro-Objektiv oder eine der Alternativen verwendet; hier habe ich noch ein paar Tipps für euch wie ihr bessere Qualität für eure Makro-Fotos erreicht.
 

Manuell Fokussieren mit Live-View

Wie oben schon ab und zu erwähnt, funktioniert der Autofokus eures Objektives bei einigen der genannten Makroobjektiv-Alternativen nicht oder nur schlecht. Doch auch mit einem Makro-Objektiv ist es meist besser manuell zu fokussieren als sich auf den Autofokus zu verlassen.

Durch den Sucher könnt ihr bei Makrofotos meistens aber nicht gut erkennen, ob der Fokus wirklich an der richtigen Stelle sitzt, weil die Schärfentiefe so gering ist. Deshalb macht es Sinn den Live-View zu verwenden. Oft könnt ihr an das Live-View Bild heranzoomen um die Schärfe noch besser zu kontrollieren.

Das Display mancher Kameras hat keine ausreichende Auflösung um die Schärfe zufriedenstellend beurteilen zu können. Wenn ihr aber ein Smartphone oder Tablet besitzt, könnt ihr das Live-Bild vieler Kameras auf dieses übertragen. Bei den Olympus OM-D Kameras funktioniert das kabellos über die passende App von Olympus. Canon-Kameras könnt ihr mit der App „DSLR Controller“ steuern, wenn ihr diese per Kabel oder Wifi mit dem Tablet / Smartphone verbindet.
Über diese Apps könnt ihr außerdem die Kamera auslösen, was zu weniger Verwackelungen führt.

Mehr allgemeine Infos zum Fokussieren habe ich für euch in diesem Artikel: Fokussieren.
 

Focus-Stacking für hohe Schärfentiefe von Makrofotos

Wie schon öfters erwähnt ist die Schärfentiefe bei nahem Aufnahmeabstand sehr gering. Um diese zu steigern bietet es sich natürlich als erstes an die Blende zu schließen. Ab einer bestimmten Blende erhaltet ihr jedoch Beugungsunschärfe, wodurch euer gesamtes Makrofoto an Schärfe verliert. Je näher ihr an eurem Motiv dran seid, um so eher erhaltet ihr die Beugungsunschärfe auch bei weniger geschlossenen Blenden.

Um dieses Problem zu vermeiden, könnt ihr bei unbewegten Motiven ein so genanntes Focus-Stacking machen. Wie das funktioniert habe ich euch in diesem Artikel beschrieben: Tipps für mehr Schärfentiefe
 

Spiegelvorauslösung

Jede noch so kleine Erschütterung der Kamera hat im Makrobereich große Auswirkungen, wie etwa Unschärfe. Dies gilt bei Spiegelreflexkameras auch für das Schwingen des Spiegels beim Auslösen. Um diese Schwingungen zu vermeiden gibt es die Spiegelvorauslösung. Wenn ihr diese aktiviert, klappt der Spiegel etwas früher hoch, bevor die eigentliche Aufnahme gemacht wird. Wie ihr die Spiegelvorauslösung bei eurer Spiegelreflexkamera aktiviert, lest ihr am besten im Kamerahandbuch nach.

 

Fazit – Makro-Objektiv oder Alternativen für Makrofotos nutzen?

Ob ihr euch lieber ein richtiges Makro-Objektiv zulegt, oder eine der genannten Alternativen nutzt um Makrofotos aufzunehmen, könnt ihr jetzt mit meinen Erläuterungen hoffentlich selbst entscheiden. Letztendlich werden auch oft die Anschaffungskosten ein Wörtchen mitreden. Mit manchen Methoden, zum Beispiel mithilfe des Kupplungsringes, könnt ihr aber den Abbildungsmaßstab von Makroobjektiven sogar noch übertreffen.
Vergesst nicht, dass ihr die ganzen Hilfsmittel zur Makrofotografie auch noch kombinieren könnt. Keiner hält euch davon ab ein Makro-Objektiv mit Zwischenringen und Nahlinsen zu verwenden.
Das wichtigste aber ist: habt Spaß an der Makrofotografie und probiert so viel wie möglich!

Wenn ihr noch Fragen zur Makrofotografie habt, oder etwas zum Artikel anmerken wollt, dann scheut euch nicht einen Kommentar zu hinterlassen.

Liebe Grüße
Stefan


Euch hat der Beitrag gefallen? Dann teilt ihn gern mit anderen.




Sag deine Meinung